Spuk auf dem Ponyhof

Neuauflage erschienen 2017, eine interaktive Spukgeschichte, 488 Seiten

Titelbild und Illustrationen von Carsten Walper

Eine interaktive Spukgeschichte

Dies ist kein normales Buch, das man von der ersten bis zur letzten Seite liest, sondern ein interaktives. Das heißt, du selbst entscheidest, wie es in so mancher Situation weitergehen soll, wobei manchmal schon Kleinigkeiten der Geschichte eine vollkommen andere Richtung geben. Wenn du also an den Punkt einer Entscheidung kommst, überlege gut, was du nun tun willst und lies dann auf der angegebenen Seite weiter. 

Leseprobe: 

Gleichzeitig dreht ihr euch um. Bennet lässt den Strahl seiner Taschenlampe im Raum umherwandern. Es scheint alles ganz normal zu sein. Du spürst seine Anspannung und auch die von Jonas. Irgend etwas Merkwürdiges geht hier vor. Nur was?

„Schließ die Schublade auf!“, raunt Bennet dir zu. „Ich bleibe so stehen und passe auf.“

Dann richtet er den Lichtkegel der Taschenlampe zur Decke, so dass sowohl der Sekretär ein wenig beleuchtet ist, sowie auch der Rest der Kammer in spärliches Licht getaucht wird.

„Okay!“, flüsterst du zurück, drehst ihm den Rücken zu und beschäftigst dich mit dem Schloss. Kaum hast du es mit dem Schlüssel berührt, hörst du wieder das Klappern.

„Was ist es?“, zischst du Bennet zu, der jetzt mit der Lampe umherschwenkt.

„Das willst du nicht wissen“, antwortet er.

„Das ... das glaub’ ich einfach nicht“, stammelt Jonas.

Nein, das willst du jetzt wirklich nicht wissen! Du willst endlich dieses verflixte Schloss aufkriegen! Obwohl es beim Sekretär nun sehr dunkel ist, stellst du fest, dass der zweite Schlüssel ebenfalls nicht passt.

„Beeil’ dich!“, drängt Bennet. „Wir haben ein Problem und sollten schnellstens von hier verschwinden.“

Dir kommt es vor, als würden Alarmsirenen in deinem Kopf losheulen. In fliegender Hast schnappst du dir Schlüssel Nummer drei, steckst ihn ins Schloss – er passt! –, drehst ihn und reißt die Schublade auf.

„Ich hab’s!“, rufst du.

„Weg hier!“, brüllt Bennet.

Du greifst in die Schublade, packst etwas, das sich wie ein Bündel Papier anfühlt, drehst dich auf dem Absatz um und willst losrennen. Doch der Anblick, der sich dir bietet, lässt dich einen Augenblick stutzen. Auf der Bettkante sitzt das Skelett und ist gerade im Begriff aufzustehen. Die leeren Augenhöhlen starren euch an.

Eine weitere Leseprobe: 

Du schaust in die Richtung, aus der Jonas’ Schreie kommen, aber du kannst nicht glauben, was du siehst. Passiert das wirklich? Jonas klammert sich noch immer verzweifelt an der Truhe fest, während sich diese rasend schnell um sich selber dreht. Dir wird schwindelig vom Zugucken. Du musst aufstehen und ihm irgendwie helfen!

Bevor du überhaupt auf die Knie kommst, stoppt die Truhe ihr Kreiselspiel urplötzlich. Jonas verstummt. Er hebt seinen Kopf und schaut zu dir herüber. Sein Gesicht ist kreidebleich. Da rast die Truhe von Neuem los, direkt auf dich zu!

Dann geschieht alles in Sekundenbruchteilen: Jonas japst nach Luft, du weichst unwillkürlich zurück – zum Ausweichen ist es zu spät – und eine hübsche Melodie erklingt. Es ist die Melodie der Spieldose! Augenblicklich bleibt die Truhe stehen.

 

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© Christel Hasse